Posts tagged ‘Pensionskassen’

Lebensversicherer sollen Milliarden zurückzahlen

Im vergangenen November legte der Bundesrat dem Parlament die Botschaft zur Rentenreform «Altersvorsorge 2020» vor. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Senkung des Umwandlungssatzes in der zweiten Säule: Es ist, wie schon oft vermerkt, eine demografische Angelegenheit: Die Pensionskassen verlangen dies, weil der Umwandlungssatz der zunehmenden Lebenserwartung der Versicherten angepasst werden soll.
Doch für den Fall, dass der Umwandlungssatz wieder nicht sinken sollte, haben Lebensversicherungen die als PKs vieler KMU tätig sind, Rückstellungen vorgenommen. Der  Arbeitnehmerverband Travailsuisse fordert in der Reform «AV2020» eine gesetzliche Bestimmung  aufzunehmen, dass diese Rückstellungen an die Arbeitnehmer zurückzuzahlen sind, wenn der Umwandlungssatz wie geplant gesenkt wird. Der Arbeitnehmerverband verlangt zudem eine bessere, eindeutige gesetzliche Regelung für diese Rückstellungen, insbesondere in Hinsicht auf den Überschussfonds, in den zurückzahlbare Rückstellungen einfliessen müssen. Ein weiteres Thema ist die Höhe der sogenannten Legal Quote, die den Anteil der an die Versicherten auszuschüttenden Überschüsse aus dem Geschäft mit Pensionskassengeldern festlegt. Sie soll von heute 90 auf 95 Prozent erhöht werden, fordert der Arbeitnehmerverband erneut – sprich, die Entnahme der Lebensversicherer aus den Erträgen des Pensionskassengeschäfts auf 5 Prozent begrenzt werden. Die Lebensversicherungen finden, dass die Forderungen von Travailsuisse die berufliche Vorsorge von KMU gefährden würden. Für langfristige Garantien bräuchten die Lebensversicherer genügend Eigenkapital. Der nachfolgende Artikel des Tages-Anzeiger thematisierte obige Angelegenheit bereits letzten Herbst, aber inhaltlich ist die Sache immer noch aktuell:

Im November wird der Bundesrat die Reform der Altersvorsorge ans
Parlament schicken. Zum Kern dieser Grossreform gehört die
Senkung des Umwandlungssatzes in der zweiten Säule von heute
6,8 auf 6 Prozent. Die Pensionskassen verlangen diesen Schritt seit
langem, weil der geltende Satz zur Umwandlung des Alterskapitals in
eine Altersrente nicht mehr der gestiegenen Lebenserwartung
entspreche.
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Sollen auch Rentnerinnen und Rentner ihren Beitrag an die Sicherung der Altersvorsorge leisten?

Der Bund brachte am 07.01.2015 eine interessante Stellungnahme, die wir unten wiedergeben. Darin plädiert Christoph Reichenau dafür, dass auch Rentnerinnen und Rentner einen Beitrag an die Sicherung der Altersvorsorge leisten sollen, aus Gründen der Fairness und Gerechtigkeit. Hintergrund ist die Tatsache, dass die laufenden Renten auch bei einer Reform nicht angetastet werden. So würde beispielsweise eine Senkung des Umwandlungssatzes nur für zukünftige Rentner gelten, nicht für diejenigen, die bis dahin schon in Rente gegangen sind.

Der Gedanke ist nicht so abwegig, weil in der Tat die meisten heutigen Rentner länger leben und deshalb während ihres Arbeitslebens nicht genügend Kapital ansparen konnten, so dass sie nun von den Jungen quersubventioniert werden müssen.

Jedoch ist nicht damit zu rechnen, dass die Politik in absehbarer Zukunft von Rentnerinnen und Rentnern einen Beitrag verlangen wird. Dieses politische Eisen wäre zu heiss. Schliesslich handelt es sich hier um die stärkste Wählergruppierung, die obendrein direkt etwas verlieren würde.

Es ist aber nicht auszuschliessen, dass es eines Tages doch so weit kommt. Und zwar dann, wenn die aktuelle Reform «Altersvorsorge 2020» scheitern sollte. Dann bräuchte es einen neuen Anlauf, denn die Probleme werden durch ein Scheitern der Reform ja nicht gelöst, sondern sogar verschärft. Je später die Altersvorsorge reformiert wird, desto gravierender muss die Reform ausfallen.

Insbesondere Rentnerinnen und Rentner sollten deshalb ein grosses Interesse an dem Gelingen der «Altersvorsorge 2020» haben. Das wäre die beste Garantie dafür, dass ihre Renten auch in Zukunft unangetastet bleiben.

Hier der Artikel:

Auch die Rentnerinnen und Rentner sollen ihren Beitrag an die Sicherung der Altersvorsorge leisten

 

Christoph Reichenau


«Wir Alten wollen nicht Profiteure sein». Mit Weitblick hat der Bundesrat ein Paket zur Rentenreform geschnürt. Es beinhaltet Massnahmen sowohl bei der AHV als auch bei der zweiten Säule. Viele Anspruchsgruppen kommen an die Kasse, bekommen aber auch etwas. Eine einzige Gruppe wird ausgespart: jene der Rentenbezügerinnen und -bezüger.


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Vorsorgelücken frühzeitig erkennen

Trotz voller Leistungen aus der 1. und 2. Säule kann sich im Rentenalter eine Vorsorgelücke ergeben, denn die zugrunde gelegten 60 Prozent des zuletzt bezogenen Lohnes reichen oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Experten der Credit Suisse zeigen in einem Ratgebertext für die Handelszeitung auf, wie sich allfällige Lücken rechtzeitig decken lassen.

Handelszeitung; 06.11.2014 Ausgaben-Nr. 45 Seite 55 Finanzplanung/Vorsorge; MARKUS KUNZ; JEANNETTE SCHALLER


1. und 2. Säule sichern im Alter gut 60 Prozent des zuletzt bezogenen Salärs ab. Es lohnt sich, allfällige Lücken rechtzeitig zu decken.

Trotz vollen Leistungen aus AHV und Pensionskasse kann im Alter eine Vorsorgelücke entstehen, weil der Lebensstandard mit den definierten 60 Prozent des zuletzt bezogenen Lohnes in vielen Fällen nicht beibehalten werden kann. Um jedoch den Lebensstandard auch nach der ordentlichen Pensionierung auf gleichem Niveau wie bei der Berufstätigkeit halten zu können, wird erfahrungsgemäss ein Einkommen von rund 80 Prozent des zuletzt bezogenen Lohnes angestrebt.

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So wird ein langes Leben finanziert

Laut der OECD leben Schweizerinnen und Schweizer mit durchschnittlich fast 83 Jahren weltweit am längsten. Deshalb ist es zweifellos besonders wichtig, finanziell für das vierte Lebensalter gut vorzusorgen. Immer bedeutender wird laut einem Experten der UBS dabei die private Alterssicherung. Hier sein Ratgebertext aus der Handelszeitung:

Handelszeitung; 06.11.2014 Ausgaben-Nr. 45 Seite 54 Finanzplanung/Vorsorge; NILS AGGETT



Der privaten Alterssicherung kommt eine wachsende Bedeutung zu. Es lohnt sich, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen.

Die Schweizerinnen und Schweizer haben mit durchschnittlich 82,8 Jahren die höchste Lebenserwartung weltweit (OECD 2013). Gleichzeitig fühlen sie sich stetig jünger. Dies ist eines der Resultate der UBS-Vorsorgestudie “80 ist das neue 60″. Trotz der gefühlten Jugendlichkeit machen sich die Schweizer durchaus Gedanken zur Pensionierung und zum Alter.
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Wer den Folgen der Berset-Reform begegnen will, muss sein PK-Geld früher beziehen

Wegen der Reform der Ergänzungsleistungen wird vielleicht der Bezug von Vorsorgegeldern der 2. Säule eingeschränkt. Sei es ein Vorbezug etwas für einen Immobilienkauf, sei es der Bezug bei Beginn der Pensionierung. So will es zumindest Bundesrat Berset. Dabei ist eine PK-Rente längst nicht in jedem Fall die beste Lösung. Mehr dazu in einem Ratgebertext aus der SonntagsZeitung.

 

Dass Sie für sich die beste Lösung in diesem neuen Jahr 2015 Jahr finden, dafür wünscht Ihnen die mit-uns-für-uns-Redaktion auf jeden Fall viel Erfolg und Zuversicht.


© SonntagsZeitung; 14.12.2014 Seite 49 Wirtschaft

 

Der Bundesrat hat einen Richtungsentscheid für die Reform der Ergänzungsleistungen gefällt. Eine von vielen Massnahmen ist die Beschränkung des Bezugs von Vorsorgegeldern der 2. Säule. Meine Frau wird in vier Jahren pensioniert. Wir haben ihrer PK schon vor Jahren mitgeteilt, dass Sie das Kapital beziehen wird. Wenn es nach dem Bundesrat geht, wäre der Kapitalbezug meiner Frau in ein bis zwei Jahren nicht mehr möglich. Was raten sie uns, damit das PK-Kapital gesichert werden kann? S. W.
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Berufliche Vorsorge macht Schweiz attraktiv

Ob Saisonkräfte im Tourismus oder Expats als Top-Manager multinationaler Unternehmen – es ist attraktiv, in der Schweiz zu arbeiten. Dafür sorgen viele Faktoren, vor allem aber die guten Löhne und die hervorragenden Sozialleistungen. Zu diesen zählt die berufliche Vorsorge, deren Attraktivität kürzlich von EY in einer Befragung getestet wurde:


Zürich – In einer Befragung von EY äussern 89 Prozent der Unternehmensvertreter, dass die berufliche Vorsorge dem Standort Schweiz zu Attraktivität verhilft. 80 Prozent sehen einen Vorteil für das eigene Unternehmen.

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Die politische Mitte stellt sich hinter Bersets Rentenreform

«Für die langfristige Sicherung der Schweizer Altersvorsorge brauche es einen cleveren Mix zwischen Mehreinnahmen und Sparmassnahmen», fasst die «Nordwestschweiz» die Haltung der GLP im Hinblick auf die kürzlich von Bundesrat Berset vorgestellte Rentenreform «AV 2020» zusammen. Der folgende Artikel aus der Aargauer Zeitung gibt auch eine Einschätzung der bald bevorstehenden Erörterungen des Reformpakets im Erstrat:

 Die politische Mitte stellt sich hinter Bersets Rentenreform – Schweiz – Solothurner Zeitung

GLP hat an ihrer gestrigen Fraktionssitzung die Stossrichtung der Altersvorsorge 2020 nach einer intensiven Diskussion «weitgehend» gutgeheissen. Dies zeigen Recherchen der «Nordwestschweiz». Nur in einem Punkt weicht die Mitte-Partei von Bersets Vorlage ab. So soll der Umwandlungssatz in der zweiten Säule entpolitisiert und künftig mit einer technischen Formel berechnet werden.


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Der Mut zum Risiko wird nicht immer belohnt

Mit den langfristigen Renditeerwartungen für Schweizer Pensionskassen auf dem Kapitalmarkt befasste sich eine Tagung der Beratungsgesellschaft PPCmetrics. Eine Zusammenfassung aus der Neue Zürcher Zeitung:

 

Finanzierung von Pensionskassen

 

eb. In den vergangenen Jahren haben die Schweizer Pensionskassen von hohen Aktienrenditen profitiert. Langfristig bleibt die Finanzierung der Kassen aber eine grosse Herausforderung, wie an einer Tagung der Beratungsgesellschaft PPCmetrics deutlich wurde.

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Altersvorsorge: Besser diese Reform als keine

Das Reformpaket Bersets für die Zukunft der Altersvorsorge wird natürlich allseits zerpflückt. Doch der Direktor am Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen plädiert: «Wir nehmen besser diese Reform als keine Reform.» Denn vor allem wegen der bereits prekären Lage der Pensionskassen müsse zuverlässig  etwas geschehen. Lesen Sie hier den Meinungsartikel aus dem St. Galler Tagblatt:

 

St. Galler Tagblatt; 25.11.2014 Seite 2hb St. Galler Tagblatt Thema PODIUM

Der Bundesrat hat am vergangenen Mittwoch die Botschaft zur Reform der Altersvorsorge vorgelegt. Von allen Seiten regt sich Widerstand. Politiker von links wie rechts und diverse Interessengruppen tragen ihre Argumente vor, warum dies keine gelungene Reform ist. Ich möchte hier die Gegenmeinung einnehmen. Denn wir nehmen besser diese Reform als keine Reform.
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Bersets Reformpaket findet im Volk eine Mehrheit

Die NZZ am Sonntag vom 23.11.2014 deckt auf: wer gegen die Reform ist, befindet sich im Abseits. Politiker, die so kurz vor den Wahlen Angst vor dieser Reform haben, könnten Mut zeigen und würden dabei noch Stimmen ernten: Laut einer repräsentativen Umfrage werden sogar unliebsame Massnahmen geschluckt.

Die Bevölkerung steht hinter den Plänen des Bundesrats. Selbst die Frauen stimmen einer Erhöhung ihres Rentenalters zu. Das besagt eine repräsentative Umfrage.

Kaum hat Bundesrat Alain Berset sein Reformpaket «Altersvorsorge 2020» diese Woche präsentiert, wird es von links und rechts zerzaust. Aus Sicht der Gewerkschaften und der Grünen kommt eine Erhöhung des Frauenrentenalters nicht infrage. Bürgerliche Parteien und Wirtschaftsverbände kritisieren die Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Arbeitgeberbeiträge an die Pensionskasse. Sie wollen das Reformpaket aufteilen.

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