Posts tagged ‘Pensionskassen’

«Gewerkschaft und Bundesrat gegen Versicherungen»

Die Handelszeitung schreibt «Gewerkschaft und Bundesrat gegen Versicherungen». In der Tat handelt es sich hier um eine sehr heikle Angelegenheit. Einerseits müssen die Lebensversicherer Gewinne mit der zweiten Säule machen, denn anders als autonome Pensionskassen – die Mehrheit der Pensionskassen – müssen sie das Kapital der zweiten Säule, das sie verwalten, rückversichern. Das erfordert die so genannte Kapitalgarantie, weshalb dieses Modell auch für viele KMU sehr interessant ist, die im Falle einer Unterdeckung eben nicht zu Sanierungszahlungen gezwungen werden. Andererseits war es tatsächlich vom Gesetzgeber nicht so gemeint, dass die Lebensversicherer 10% vom Umsatz bekommen, sondern nur 10% vom Gewinn. Vor allem aber leiden unter dem Vertrauensverlust, der hier entsteht auch die autonomen Pensionskassen, die immer wieder mit den Lebensversicherern in einen Topf geworfen werden; obwohl es sich bei ihnen um nicht-profitorientierte Stiftungen handelt, die alle «Gewinne» vollumfänglich an die Versicherten ausschütten.
Hier nun der Artikel:

 

Gewerkschaft und Bundesrat gegen Versicherungen

Der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse kritisiert einmal mehr die Millionengewinne der Lebensversicherer mit dem Geschäft der zweiten Säule. Allein im letzten Jahr schöpften die Versicherer aus der beruflichen Vorsorge 678 Millionen Franken an Gewinnen ab.

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Die Reform, die nicht scheitern darf

Gestern nahmen wir an einer Veranstaltung des ASIP mit Bundesrat Berset teil und twitterten live. Eigentlich war ein Blogbeitrag über die Veranstaltung geplant, doch verschiedene Zeitungen haben eine sehr gute Zusammenfassung publiziert. Der Einfachheit halber zitieren wir diese Artikel unten. Nur eines wäre noch hinzuzufügen: die Reform darf wirklich nicht scheitern, denn wenn wir noch einmal zehn Jahre warten müssen, werden die Probleme in der Zwischenzeit derart gigantisch, dass man sich gar nicht ausmalen kann, wie sie unter Beibehalt der sozialen Sicherheit noch gelöst werden können. Wir werden immer älter und es werden immer weniger Arbeitnehmer, die immer mehr Rentner finanzieren müssen. Das dürfen wir nicht ignorieren. An das Parlament geht der Appell, die Arbeit nicht zu verweigern, sondern die Reform verantwortungsbewusst anzupacken. Wahljahr hon oder her…

Und hier der Artikel, wie er in diversen Zeitungen stand: Continue reading ‘Die Reform, die nicht scheitern darf’ »

Mindestzinssatz: Gewerkschaften erzählen wieder nur die halbe Wahrheit

Schon wieder kritisieren die Gewerkschaften, der Mindestzins sei zu niedrig (siehe unten). Das Thema begleitet uns nun schon seit Jahren. Dabei verschweigen die Gewerkschaften die Tatsache, dass man nicht gleichzeitig einen hohen Umwandlungssatz und einen hohen Mindestzins verlangen kann. Unser Artikel vom 13. Januar 2013 erläutert dies.
Ausserdem empfehlenswert: unser Video über die Stellschrauben der zweiten Säule.

 

Mindestzinssatz: 2 Prozent wären vorsichtig und möglich

 

 

Bern (ots) - Heute hat der Bundesrat entschieden, den Mindestzinssatz in der beruflichen Vorsorge für 2015 bei 1.75 Prozent zu belassen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, kritisiert diesen Entscheid, angesichts der guten Resultate von Aktien und Immobilien im vergangenen Jahr sind die 1,75 Prozent mickrig.

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«Pensionskassen verkaufen Aktien wegen Minder-Initiative»

Die folgende Meldung gibt zu denken, wenn man sich dessen bewusst ist, dass Aktien bei Pensionskassen langfristig bessere Renditen bringen als viele andere Anlagemöglichkeiten. Mit den Annahme einer Stärkung der Aktionärsrechte – und um nichts anderes handelte es sich bei der Minder-Initiative – haben wir also gleichzeitig eine Initiative angenommen, die uns langfristig die Renten senken wird… Das Beispiel zeigt, wie gut überlegt man abstimmen sollte und wie wichtig eine fundierte und ausgewogene Information ist. Sich an Parolen zu orientieren, die zunächst einmal vermeintlich gut und vernünftig klingen, war schon immer gefährlich. Machen Sie sich schlau!

BVG-aktuell – Vorsorgeforum – Portal zur 2. Säule


Wenn die Kassen Aktien von börsengehandelten Schweizer Unternehmen besitzen, müssen sie ab 2015 im Sinne ihrer Versicherten abstimmen. «Viele Stiftungsräte wollen diesen Zusatzbelastung nicht auf sich nehmen», sagt Beat Zürcher, Geschäftsleiter des Stiftungsräte-Fachverbands SRPK. «Die Mitglieder der Stiftungsräte sind mehrheitlich Laien». Sie seien durch das Amt ohnehin stark belastet. Zürcher geht davon aus, dass deshalb besonders kleine und mittlere Pensionskassen nun ihre Aktien verkaufen, schreibt der Tages-Anzeiger.

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Schweizer Vorsorgesystem auf fünftem Rang

In einem internationalen Vergleich schneidet das Schweizer Vorsorgesystem gut ab. Bewertet wurden die Vorsorgesysteme von 25 Ländern, darunter kam die Schweiz auf Rang 5, doch stieg die Schweiz gegenüber 2013 um einen Platz ab. Unter dem Titel “Schaulaufen für die Altersvorsorgesysteme“ hat die Neue Zürcher Zeitung am Mittwoch (14.10.) die Erfolgsmeldung im Titel nicht nur einfach wiedergegeben – wie viele andere Zeitungen – sondern sie auch gleich noch einer kritischen Analyse unterzogen:

 
Absehbar grosse Finanzlücken in den Nachbarländern Italien und Österreich. In sechster Auflage vergibt der von Mercer entwickelte «Pension Index» nur Dänemark eine A-Note. Die Schweiz verbesserte sich, wenn der Kapitalbezug von BVG-Geldern eingeschränkt würde, was aber fragwürdig ist.


Werner Enz

Die Nachhaltigkeit von Altersvorsorgesystemen wird seit einigen Jahren vorab infolge der ultraniedrigen Zinsen, jedoch auch wegen der oft schwindsüchtigen Staatshaushalte einer Belastungsprobe ausgesetzt. Die demografischen Herausforderungen sind bekannt, die steigende Lebenserwartung wird vor allem den in der Umlage finanzierten Pensionssystemen zusetzen, wenn das Rücktrittsalter nicht erhöht wird. Die Autoren des in Kooperation mit dem Australian Centre for Financial Studies entwickelten «Melbourne Mercer Global Pension Index» sehen grosse finanzielle Belastungen auf die Gesellschaft zukommen. Nicht nur schwach entwickelte Volkswirtschaften wie Indien oder Indonesien sitzen in diesen Belangen auf einer Zeitbombe.

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Pensionskasse will all ihre Immobilien verkaufen

Pensionskassen müssen für ihre Versicherten Rendite erwirtschaften, was freilich auch dazu beitragen kann, das Wohnen teurer zu machen – selbst für die in der Pensionskasse Versicherten. Auch binden Instandhaltung und Renovationen zu grosse Mittel, so die Pensionskasse der Stadt Langenthal. Die PK zieht nun wegen des ungeliebten Spagats ihre Konsequenzen und will ihre gesamten Immobilien verkaufen. Ein Bericht aus der Solothurner Zeitung:

Immer wieder wird kritisiert, dass der Renditedruck, unter dem Pensionskassen stehen, um ihren Verpflichtungen (Rentenversprechen) nachkommen zu können, dazu führt, dass das Wohnen teurer wird, also letztendlich den Versicherten nicht nur dient.

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Beim Vorbezug von Vorsorgegeldern ist Vorsicht geboten

Ratschläge zum Kauf einer Immobilie, wenn dies mithilfe eines Vorbezugs von Pensionskassengeldern geschehen soll. Welche Risiken bestehen? Was ist zu  beachten, um diese möglichst zu eliminieren? Ist gar die Verpfändung eine Alternative zum Vorbezug beim Kauf einer Immobilie? Ein umfassender Ratgebertext aus der Neue Zürcher Zeitung:

 

Neue Zürcher Zeitung; 06.10.2014; Ausgaben-Nr. 231 Seite 27; Geld und Anlage (ga); Michael Ferber (feb)!

 

Wer Gelder aus der Pensionskasse für den Kauf einer Immobilie nutzen will, sollte einiges beachten. Viele Bürger nutzen in der Pensionskasse gespartes Geld, um sich den Traum von der eigenen Immobilie zu verwirklichen. Wer seine Rente nicht aufs Spiel setzen will, sollte dabei einiges beachten. Eine Verpfändung kann eine Alternative sein.!

Der Vorbezug von Pensionskassengeldern ist im Juni dieses Jahres kurzzeitig ein «heisses» politisches Thema geworden. Bundesrat Alain Berset hatte angekündigt, die Möglichkeiten für den Erhalt von Geldern aus der beruflichen Vorsorge vor dem Rentenalter einzuschränken. Dies soll verunmöglichen, dass Versicherte ihre Vorsorgegelder vorzeitig beziehen, diese ausgeben und dann vom Staat Ergänzungsleistungen fordern. Die Ankündigung sorgte für einen Aufschrei im Volk. Schliesslich nutzen laut einer 2013 veröffentlichten Umfrage des Instituts für Finanzdienstleistungen an der Hochschule Luzern rund 58% der Immobilienkäufer in der Schweiz Gelder der Wohneigentumsförderung. Dabei wird vor allem die berufliche Vorsorge «angezapft».!

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Selbstständig: Wie sorge ich für das Alter vor?

Für Menschen die sich selbständig machen wollen, ergeben sich viele Fragen, die geklärt werden müssen. Ein wichtiges Thema ist sicherlich der Bereich Altersvorsorge. Soll vorteilhafter in die zweite oder die dritte Säule einbezahlt werden? Geht es überhaupt, Beiträge in eine Pensionskasse einzubezahlen. Fragen, die in einem Ratgebertext der Neue Luzerner Zeitung beantwortet werden:

 

Neue Luzerner Zeitung; 05.09.2014 


Vorsorge · Ich (m, 40, ledig) mache mich selbstständig. Ich war bisher einer Pensionskasse angeschlossen und überlege mir, wie ich meine Altersvorsorge künftig am besten anpacke. Soll ich eher in die zweite oder in die dritte Säule einzahlen? Habe ich die Möglichkeit, mich auch als Selbstständiger einer Pensionskasse anzuschliessen? F. Z. in S.

Selbstständige können wählen, ob sie mit oder ohne Pensionskasse für ihr Alter vorsorgen wollen. Als Selbstständige gelten die Inhaber von Einzelfirmen, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaften. Wenn Sie sich keiner Pensionskasse anschliessen, dürfen Sie jedes Jahr bis zu 20 Prozent Ihres Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen, im Moment jedoch maximal 33 696 Franken pro Jahr.

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Der wahre Rentenklau

Der tatsächliche, selbstverschuldete Rentenklau: Vorletzten Sonntag, ein Kommentar vom Wirtschaftschef des Sonntagsblick, der es kurz und knackig auf den Punkt bringt.


Guido Schätti Wirtschaftschef


Nun ist es amtlich: Mit 3,4 Milliarden Franken subventioniert die berufstätige Bevölkerung die Pensionäre. Das hat die Kantonalbanken-Tochter Swisscanto für das Jahr 2013 ausgerechnet. Pro Kopf werden den Arbeitstätigen im Schnitt 880 Franken abgezwackt. Tendenz steigend.

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Studie «Altersvorsorgemonitor 2014«: Lieber mehr zahlen als weniger Rente beziehen, Probleme werden anerkannt

In der ganzen Schweiz werden jährlich 1200 Stimmberechtigte zum Thema Altersvorsorge befragt. Grundtenor der Mehrheit: Die Altersvorsorge ist und bleibt erfolgreich. Die Wirtschaftslage wird von den Umfrageteilnehmern optimistischer als auch schon betrachtet. Doch hinsichtlich der zukünftigen Stabilität denkt man nicht ganz so positiv. Die Probleme seien allerdings lösbar, meinen die Befragten, und bauen auf die anstehenden Reformen der Altersvorsorge. Ein Lösungsansatz, der von der Mehrheit der Stimmberechtigten bevorzugt wird: Mehreinnahmen durch höhere Beiträge anstatt weniger Ausgaben. Die gesamte Kurzzusammenfassung auf der Website des Schweizerischen Versicherungsverbandes und hier die komplette Studie «Altersvorsorgemonitor» zum Herunterladen.

 

Im Auftrag des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV befragt das Forschungsinstitut gfs.bern seit 2011 jedes Jahr über 1200 Stimmberechtigte in der ganzen Schweiz über die Wahrnehmung, Einstellung und Forderungshaltung zum Thema Altersvorsorge. Die Ergebnisse dieser Befragungen werden jeweils in der Studie «Altersvorsorgemonitor» zusammengefasst und analysiert.


Der Altersvorsorgemonitor untersucht über mehrere Jahre folgende Schwerpunkte:


Die Beurteilung des wirtschaftlichen Umfeldes in der Schweiz
Die Beurteilung des Altersvorsorgesystems in der Gegenwart und in der Zukunft
Die Beurteilung der eigenen Altersvorsorge in der Gegenwart und in der Zukunft
Die Forderungshaltung gegenüber möglichen Problemlösungen
Die Erhebungen wurden 2014 zum vierten Mal durchgeführt. Seit 2013 wird der Altersvorsorgemonitor publiziert.

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