Posts tagged ‘Pensionskassen’

«Sie werden frei entscheiden können, wann Sie in Rente gehen wollen» – Interview mit Bundesrat Berset

In einem Gespräch mit Bundesrat Alain Berset geht es nicht nur um das grosse Refomvorhaben «Altersvorsorge 2020». Hierbei setzt Berset etwa auf eine Flexibiliserung des Renteneintrittsalters, das er individuell zwischen 62 und 70 Jahren sieht. In dem Interview mit dem Migros-Magazin äussert sich Berset ebenfalls eingehend über die weiteren Themen der Reform AV2020. Aber auch allgemein über die eine immer älter werdende Gesellschaft spricht der Innenminister, als auch beispielsweise über die steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Lesen Sie mehr:


Migros-Magazin; 23.02.2015 Ausgaben-Nr. 9 Seite 18hp Interview Interview


Bundesrat Alain Berset plant eine Mammutreform der Altersvorsorge . Der Innenminister über die neue Flexibilität des Rentenalters, die älter werdende Gesellschaft und steigende Kosten im Gesundheitswesen.

 


Text: Laurent Nicolet, Steve Gaspoz

 



Alain Berset, wie definieren Sie das Alter?

Das Alter ist eine Lebensphase, die an Bedeutung weiter zunimmt. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir immer länger leben – und dies erst noch unter so guten Bedingungen wie nie zuvor. Das ist Grund zur Freude, auch wenn diese Entwicklung die Organisa­tion der Gesellschaft etwas verändern wird.

Sie planen eine Gesamtreform der Altersvorsorge. Weshalb ist das notwendig?

Die Entwicklung der Demografie und der ­Kapitalmärkte gefährden die langfristige ­Finanzierung der AHV und der beruflichen Vorsorge. Mit einer gemeinsamen Reform der beiden Säulen können wir die Massnahmen aufeinander abstimmen. Die Säulen bleiben jedoch klar getrennt. Mit diesem Vorgehen schaffen wir Transparenz und Sicherheit. Ziel ist, das Rentenniveau zu garantieren.

Müsste der Akzent nicht stärker auf der AHV liegen statt auf der zweiten Säule, um die Renten der Ärmsten zu sichern?

Genau deshalb schlägt der Bundesrat ja vor, die AHV mit zusätzlichen Mitteln statt mit Leistungskürzungen zu stabilisieren. Mit der Reform «Altersvorsorge 2020» wird die AHV pro Jahr etwa 5 Milliarden Franken mehr zur Verfügung haben, vor allem aus der Erhöhung der Mehrwertsteuer.

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Auf Pensionskassen kommen harte Zeiten zu

Weniger die kurzfristigen Marktreaktionen auf die Franken-Aufwertung, als vielmehr die Folgen der Negativzinsen sind das grösste Problem der Pensionskassen, sagen Experten. Insgesamt wird eine schwierige Anlagesituation konstatiert. Denn mit den momentanen Anlageplänen vieler Vorsorgeeinrichtungen sei es schwierig, eine Soll-Rendite zu erzielen. Sind riskantere Anlageformen gefragt? Hintergrundinformationen aus der Neuen Zürcher Zeitung:

Vorsorge im Negativzinsumfeld: Auf Pensionskassen kommen harte Zeiten zu – Finanzen Nachrichten – NZZ.ch


Angesichts von «Franken-Schock» und Negativzinsen stehen die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen vor grossen Herausforderungen. Einen Vorgeschmack darauf geben die jüngsten Pensionskassen-Barometer von Banken.

 

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Pensionskassen-Index der CS gibt nach

Mit der Aufgabe des Mindestkurs zum Euro und der Einführung von Negativzinsen durch die Schweizerische Nationalbank litten auch die Pensionskassen, wie der CS-Pensionskassen-Index aufzeigt. Credit Suisse ist aber nicht nur wegen der aktuellen Verluste beunruhigt, sondern auch dass Geldmarktanlagen und Obligationen weiterhin nur sehr tiefe oder gar negative Renditen einfahren. Mehr dazu auf der Finanzsite Moneycab:

Zürich – Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Mindestkurs aufzugeben und Negativzinsen einzuführen, hat bei den Pensionskassen Spuren hinterlassen, wie auch der CS-Pensionskassen-Index zeigt. Der Index, der üblicherweise nur quartalsweise publiziert wird, ist allein im Monat Januar 2015 um 1,83% auf 149,45 Punkte (Basis Anfang 2000 = 100) zurückgegangen, wie die CS in der am Mittwoch veröffentlichten Sonderausgabe schreibt. Somit sei die Rendite des Schlussquartals 2014 von 1,94% praktisch weggefressen worden. Die Pensionskassen sorgen sich nicht nur um die erlittenen Wertverluste, vielmehr bereite ihnen die Aussicht auf weiterhin sehr tiefe oder gar negative Renditen auf Geldmarktanlagen und Obligationen Kopfzerbrechen, heisst es weiter. Diese Kategorien würden rund 40% der Anlagen ausmachen, und die entsprechenden Renditeausfälle könnten nur durch die übrigen Anlagekategorien kompensiert werden.
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Beim Vorsorgen sparen

Ein Ratgebertext in der Handelszeitung zeigt auf, wie sich Zahlungen in die Pensionskasse einerseits und in die 3. Säule anderseits so optimieren lassen, dass sie nicht nur der Absicherung des Lebensstandards im Ruhestand dienen, sondern auch Steuerersparnisse in der Gegenwart ermöglichen.

Handelszeitung; 06.11.2014 Ausgaben-Nr. 45 Seite 52  Finanzplanung/Vorsorge; ALEXIA RAMBOSSON BELLINGAN


Mit der richtigen Gestaltung der Altersvorsorge ergeben sich auf einfache Art fiskalische Einsparungen.


Das Schweizer Sozialversicherungssystem unterscheidet zwischen der 2. Säule einerseits, welche die Vorsorge von Erwerbstätigen abdeckt und einen obligatorischen sowie einen überobligatorischen Teil für höhere Einkommen umfasst, und der 3. Säule anderseits, welche die freiwillige berufliche Vorsorge bildet und ebenfalls in zwei Bereiche unterteilt ist.

Arbeitnehmer entrichten Pflichtbeiträge, haben aber grundsätzlich auch die Möglichkeit, sich einzukaufen, um eine fehlende Deckung auszugleichen.

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Armut: Ältere Menschen haben nicht mehr so oft finanzielle Probleme

Eine Studie des Bundesamtes für Statistik zeigt, dass älterere Menschen jenseits der 64 zufrieden mit ihrer finanziellen Situation sind. Hier sind Personen, deren Haushaltseinkommen vor allem aus der Pensionskasse stammt, besonders gut gestellt. Vom Einkommen her betrachtet sind über 65-Jährige

allerdings deutlich schlechter gestellt, als die anderen Altersgruppen. Hier der Bericht der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA), veröffentlicht im Blick:

Sieben von zehn Einwohnern im Rentenalter äussern eine hohe Zufriedenheit mit ihrer finanziellen Situation, während dies bei den 18- bis 64-Jährigen nur bei gut der Hälfte der Fall ist. Das zeigt eine Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) zur Einkommens- und Vermögenssituation älterer Menschen.

Wenn nur auf das Einkommen abgestützt wird, sind Personen ab 65 Jahren deutlich schlechter gestellt als die übrigen Altersgruppen. Sie sind fast dreimal so oft von Armut betroffen wie die Bevölkerung im Erwerbsalter (18 bis 64 Jahre). Mit dem Übergang vom Berufsleben in die Pensionierung sind meist finanzielle Einbussen verbunden.

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Den PK-Ausweis richtig lesen!

Was findet die Arbeitnehmerin und der Arbeitnehmer auf dem sogenannten Vorsorgeausweis? Etliche Zahlen allenthalben. Was aber bedeuten sie? Mehr dazu in nachfolgendem Artikel der Glückspost. Da es beim Lesen der Pensionskassen-Ausweise oft Unklarheiten geben kann, können Versicherte bei ihrer Pensionskasse Auskünfte verlangen.

Glückspost; 05.02.2015; Seite 40; BESSER LEBEN BERATUNG RECHT & BERUF

 

Rund ums Geld mit Hanspeter Peyer

 

In diesen Wochen ist es wieder so weit: Die meisten Pensionskassen verschicken die sogenannten Vorsorgeausweise. Wer das Papier einfach in der Schublade verstaut, liegt falsch. Es lohnt sich, die Zahlen genauer unter die Lupe zu nehmen. Wichtige Eckdaten, die aus dem Vorsorgeausweis hervorgehen sollten: Der versicherte AHV-Jahreslohn muss auch Überstunden, Zulagen und den 13. Monatslohn umfassen.

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Beobachter: «Für Kassen mit vielen Rentnern wirds schwierig»

Manch einer sorgt sich wegen der hohen Verluste der Pensionskassenbranche aufgrund der kürzlichen starken Frankenaufwertung. Wirkt sich dies auf die generelle finanziellle Lage der Pensionskassen aus? Und wenn ja, wie genau? Nota bene: Pensionskasse ist nicht gleich Pensionskasse; manch eine PK sieht ihre tatsächliche Lage zu rosig, so ein Vorsorgeexperte in einem Interview mit dem Beobachter:

Beobachter; 06.02.2015; Ausgaben-Nr. 3 Seite 10; Pensionskassen; BERNHARD RAOS


Wirkt sich der starke Franken negativ auf die Pensionskassen aus? Vorsorgeexperte Alfred Bühler schätzt die Lage ein.

 

Beobachter: Die Schweizer Pensionskassen sollen rund 30 Milliarden verloren haben, als die Nationalbank den Euro nicht mehr stützte.


Alfred Bühler: Am Tag, an dem die Nationalbank den Mindestkurs aufgab, verloren die Kassen schätzungsweise 20 Milliarden Franken. Seit Beginn des Jahres beträgt der Verlust zwischen 10 und 15 Milliarden.

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Pensionskassen fordern vom Parlament rasche Reformen

Wegen der Währungsturbulenzen nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze sollen 700 Milliarden Franken Pensionskassenvermögen vernichtet worden sein, schätzen Experten. Das sei noch kein Riesendrama, aber dennoch fordern Pensionskassenexperten wegen der anderen, wenig rosigen Zukunftsaussichten ein schnelles Vorgehen bei der Senkung des Umwandlungssatzes in der Zweiten Säule, welcher bei derzeit 6,8 Prozent liegt. Ein Bericht aus Der Bund:

Der Bund; 30.01.2015; Seite 5; Schweiz; Markus Brotschi


Wegen den mageren Renditeaussichten bei der Zweiten Säule soll der Umwandlungssatz gesenkt werden.


Rund 30 der 700 Milliarden Franken Pensionskassenvermögen dürften nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze durch Wertverluste vernichtet worden sein. Diese Schätzung machte die Beratungsesellschaft Towers Watson nach der Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar. Doch diese Schockwelle allein bringt die Zweite Säule noch nicht in Schieflage. Die grössere Herausforderung für die Berufliche Vorsorge (BVG) sind neben der demografischen Entwicklung die auf Jahre hinaus mageren Renditeaussichten. Obligationen werfen kaum Zinsen ab, und die Entwicklung auf den Aktienmärkten ist aufgrund der Rezessionsängste ungewiss. Ob die Pensionskassen den vom Bundesrat für 2015 festgelegten Mindestzins von 1,75 Prozent auf dem Kapital erwirtschaften, ist fraglich.


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Die Jüngsten müssen zahlen / Nach uns die Sintflut über der AHV

Die vom Bundesrat vorgeschlagene AHV-Reform deckt die Nachhaltigkeitslücke nur etwa zur Hälfte, und dies einseitig zulasten der Jüngeren und Ungeborenen. Das zeigen neue Rechnungen der Universität Freiburg und der UBS, wie die folgenden drei Medienberichte erläutern. Wie gut die Studie tatsächlich ist, lässt sich anhand von Medienberichten nicht beurteilen. Dazu müsste man sie im Detail analysieren. Auf jeden Fall zeigt sie, dass die steigende Lebenserwartung, so erfreulich sie ist, auch ihren Preis hat. Wer länger lebt und deshalb länger Rente bezieht, muss während seines Arbeitslebens auch mehr sparen. Schade, dass dieses Sparen für das Alter in der Studie mit Kosten bezeichnet und verwechselt wird.


Die Jüngsten müssen zahlen


Zürcher Unterländer; Berner Zeitung; Der Landbote; Newsnet / Berner Zeitung; Zürichsee-Zeitung; Zürcher Oberländer; 20.01.2015 Seite 17 schweiz


Altersvorsorge · Der Bundesrat will mit seiner grossen Rentenreform vor allem die Jungen, Jüngsten und Ungeborenen zur Kasse bitten. Den Generationen, die heute das Sagen haben, werden deutlich weniger Opfer abverlangt. Das zeigt eine neue Studie. 

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Berset ist kein Rentenklauer

Bundesrat Alain Berset will und muss mit der Rentenreform 2020 die Altersvorsorge für die Zukunft fit machen. Dabei packt er die Demografie in der AHV und den zu hohen Umwandlungssatz in der zweiten Säule gleichzeitig an. Keineswegs ist mit Herrn Berset ein Rentenklauer am Werk, sondern die Vorsorge soll mit Blick auf die Vorsorgelasten der heute aktiven Generation und der künftigen Generationen an die Realitäten angepasst werden. So die Meinung von Patrick Spuhler, Mitglied der eidg. BVG-Kommission, in einem Beitrag der Basler Zeitung. Nachfolgend der gesamte Artikel:

 Basler Zeitung; 16.12.2014 Seite bazab8 Meinung Einspruch ; Patrick Spuhler


In der BaZ vom 19. November schrieb Urs Müller, ehemaliger Präsident VPOD Basel, über den «üblen Rentenklau», zu welchem SP-Bundesrat Alain Berset mit der in der Reform 2020 vorgesehenen Sen-kung des BVG-Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent grünes Licht erteilt habe. Bereits vor zwei Jahren schrieb er in der BaZ, man solle die AHV ausbauen statt die Pensionskassen sanieren. Und wiederum gilt, dass es besser wäre, AHV und berufliche Vorsorge nicht gegeneinander auszuspielen, sondern ihre Stärken zu erkennen und beide zu reformieren – so wie es Bundesrat Berset vorsieht.
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